Hier der Bericht von Marieke:
Nervosität kurz vor der Debatte, volle Konzentration während der Argumentation und große Erleichterung danach – der Schulentscheid von Jugend debattiert war für mich und alle anderen Debattierenden ein echtes Wechselbad der Gefühle. An zwei Tagen, im Halbfinale und im Finale, durften wir erleben, wie aufregend es ist, vor Publikum zu debattieren: im Halbfinale vor dem 10. Jahrgang und im Finale vor dem 9. Jahrgang. In diesem Bericht erzähle ich, wie die beiden Tage abliefen und was ich persönlich daraus mitgenommen habe.
Der bundesweite Wettbewerb Jugend debattiert fördert die Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern, sachlich, fair und überzeugend über gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren.
Bereits im Unterricht haben wir uns intensiv mit verschiedenen Themen beschäftigt, uns im Klassenverband ausgetauscht und kleinere Debatten geführt. Einen Tag vor dem Halbfinale trafen sich alle Debattierenden mit Frau Bergmann, um zu erfahren, welches der beiden Themen debattiert wird, wer miteinander debattiert und – am wichtigsten – welche Position jede Person vertritt. Die Positionen wurden gelost, sodass auch klassen- und jahrgangsübergreifende „Teams“ entstanden.
Am 10. Dezember fand schließlich das Halbfinale statt. Wir trafen uns in der ersten Pause, beantworteten letzte Fragen und gingen noch einmal unsere Notizen durch. Alle waren etwas nervös, denn kaum jemand hatte zuvor vor so vielen Schülerinnen und Schülern debattiert. Debattiert wurde die Frage: „Soll es eine Führerscheinpflicht für das Fahren von E-Scootern geben?“ Da insgesamt acht Debattierende teilnahmen, gab es zwei Debatten.
In der ersten Debatte sprachen sich Mara und Jakob für eine Führerscheinpflicht aus, Rico und Johannes dagegen. Direkt im Anschluss erhielten sie nach einer kurzen Beratung eine Rückmeldung von der Jury, bestehend aus Frau Vanheiden, Frau Siewe, Frau Helms-Plog und Frau Menke.
In der zweiten Debatte vertraten Lasse und Davy die Pro-Position, während Linus und ich Contra argumentierten. Während der ersten Debatte warteten wir im Elternsprechzimmer, damit wir uns keine Argumente der anderen „abschauen“ konnten. Auch wir erhielten im Anschluss eine Rückmeldung, bevor schließlich die Platzierungen bekannt gegeben wurden. Für das Finale qualifizierten sich Mara Lienesch (Kl. 9a), Davy Belgart (Kl. 9a), Rico Neufeld (Kl. 10b) und ich. Die Stimmung war insgesamt sehr angenehm, beide Debatten verliefen regelkonform und das Publikum verfolgte sie interessiert.
Fünf Tage später fand das Finale statt. Der Ablauf ähnelte dem des Halbfinales, allerdings gab es diesmal nur eine Debatte zur Streitfrage: „Sollen schriftliche Abschlussprüfungen am Computer geschrieben werden?“
Leider erkrankte Rico kurzfristig, sodass Johannes Bussmann aus der 10a etwa 30 Minuten vor der Debatte einsprang. Gemeinsam mit Johannes vertrat er die Contra-Position, während Mara und ich für Pro argumentierten. Wir waren deutlich besser vorbereitet als im Halbfinale und merkten schnell, dass wir entspannter in die Debatte gingen. Die Debatte verlief problemlos und verging gefühlt wie im Flug. Nach einer Abstimmung sprach sich das Publikum gegen das Schreiben schriftlicher Abschlussprüfungen am Computer aus.
Die Jury – bestehend aus Frau Walker, Frau Terstegge, Frau Roters und Frau Menke – gab uns anschließend eine ausführliche Rückmeldung und verkündete, dass Mara und ich Ende Januar zum Regionsentscheid nach Osnabrück fahren dürfen. Gemeinsam mit Frau Bergmann und Frau Menke werden wir dort unsere Schule vertreten.
Jede und jeder ging unterschiedlich in die Debatten, doch eines hatten wir alle gemeinsam: die Aufregung kurz davor. Natürlich wollte sich niemand blamieren, doch im Nachhinein wurde uns klar, dass man bei diesem Wettbewerb eigentlich weder verlieren noch gewinnen kann. Alle Teilnehmenden sind Gewinnerinnen und Gewinner, da man wertvolle Erfahrungen sammelt – nicht nur für den Wettbewerb, sondern auch für das spätere Leben. Dazu gehören das Argumentieren, das Einnehmen ungewohnter Positionen und das Sprechen vor vielen Menschen. Das Gefühl, wenn die Nervosität nachlässt und am Ende Erleichterung eintritt, ist kaum zu beschreiben.
Für mich war diese Erfahrung unglaublich wertvoll und etwas, das ich nicht missen möchte. Ich bin dankbar, dass ein solcher Wettbewerb an unserer Schule unterstützt und wertgeschätzt wird. Ich kann jeder und jedem nur empfehlen, diese Chance zu nutzen. Vertraut auf euer Können und geht selbstbewusst in einen solchen Wettbewerb – es lohnt sich.
Ein besonderer Dank gilt Frau Bergmann als Debattenleitung sowie den Jurorinnen Frau Vanheiden, Frau Siewe, Frau Helms-Plog, Frau Walker, Frau Terstegge, Frau Roters und Frau Menke.
Text: Marieke Ostendorf
Fotos: Bergmann, Menke